Schloss Herrenchiemsee
Schloss Herrenchiemsee

Schloss Herrenchiemsee

König Ludwig II. mußte bereits viel vom Residenzschloss Versailles bei Paris gehört haben, als er sich die ersten Baupläne 1868 für ein vergleichbares Schloss vorlegen ließ. Dies war der Zeitpunkt, als er über ausreichend finanzielle Mittel verfügte, die aus dem Nachlaß seines Großvaters König Ludwig I. stammten. Genau wie sein Großvater machte sich König Ludwig II. unverzüglich an die Umsetzung seiner erträumten Bauvorhaben.

Bereits ein Jahr zuvor plante er als Höhepunkt einer Frankreichrundreise die Besichtigung von Schloss Versailles. Durch den plötzlichen Tod seines Onkels Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach im Juli 1867, mußte er diese Reise jedoch vorzeitig beenden und sollte Schloss Versailles erst sechs Jahre später zu Gesicht bekommen. Der Ruf von Schloss Versailles und die einzigartigen Eindrücke die Ludwig bei seinem Besuch in Paris sammeln durfte, gaben ihm den letzten Anstoß zur Realisierung eines eigenen Schlosses im Vorbild von Versailles.

Insel Herrenchiemsee

Bereits einige Jahre zuvor konkretisierte der König sein Bauvorhaben und ließ Baupläne erstellen und verfeinern. Seine Vorliebe für die Gebirgswelt sollte zunächst dafür sorgen, daß das geplante Schloss in der Nähe von Ettal errichtet werden sollte, wo er bereits den Bau von Schloss Linderhof in Auftrag gegeben hatte. Doch das enge Graswangtal wurde den ausschweifenden Bauplänen des Schlosses nach dem Vorbild von Versailles nicht gerecht. König Ludwig II. war deshalb auf einen anderen Bauplatz angewiesen. Dieser bot sich idealerweise auf der von ihm zuvor erworbenen Insel Herrenchiemsee an. Die größte Insel im Chiemsee hatte er gekauft, nachdem der bisherige Besitzer die komplette Abholzung der Insel plante und so einen Aufschrei in der Bevölkerung auslöste.

Nach dem erstellen, erweitern und ändern von zahlreichen Entwürfen, konnte vier Jahre später mit dem Bau von Schloss Herrenchiemsee begonnen werden. Die Abgeschiedenheit und einsame Weitläufigkeit der Insel waren schlußendlich die perfekte Voraussetzung für das neue Schloss.

Schloss Herrenchiemsee sollte sich als Denkmal an den Sonnenkönig Ludwig XIV. in den kommenden Jahren zum teuersten Bauprojekt von König Ludwig II. entwickeln. Aber genau wie Schloss Neuschwanstein sorgte der Tod des Königs im Jahr 1886 für eine Beendigung der nicht abgeschlossenen Bauvorhaben. Heute sind die fertiggestellten Räume und einige im Rohbau befindliche Abschnitte ganzjährig zu besichtigen.

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