Karwendelgebirge

Karwendelgebirge

Bereits auf der Anreise nach Mittenwald ist die charakteristische Form des Karwendelgebirges schon aus weiter Ferne zu erkennen. Zwischen dem Wetterstein im Westen und dem Rofangebirge im Osten erstreckt sich das Karwendelgebirge auf einer Breite von circa 45 km und das bayerische Voralpenland bietet einen freien Blick auf die Bergketten. Schon ab München hat man so einen Blick auf die typischen Nordwände des Karwendels.

Karwendelgebirge - Entstehung

Diese, zum Teil weit über 1000 m steil abfallenden, Wände im Norden und die sanfter abfallenden Hänge im Süden sind Resultate aus der Eiszeit, die stark zum heutigen Erscheinungsbild des Karwendels und der gesamten Alpen mit ihrem Gletscherschliff beigetragen hat. Zeugnisse dieser Eiszeit sind gerade auch im bayerischen Voralpenland zu finden. Zum Beispiel in den zahlreichen Seenlandschaften oder Moränen.

Doch die Geschichte des Karwendels und der Alpen beginnt schon früher. Denn schon vor 70 Millionen Jahren entstand die Grundlage der heutigen Alpen am Boden des alten Mittelmeeres Tethys. Hier lagerte sich in erster Linie Kalk aus abgestorbenen Mikroorganismen ab, der mit anderen Stoffen Verbindungen einging und dicke Gesteinsschichten aus Kalk und Dolomit am Meeresboden bildete. Diese wurden durch die Verschiebung der afrikanischen Platte unter die eurasische Platte gefaltet und nach oben geschoben. Das Karwendel gehört heute zu den nördlichen Kalkalpen, zu denen so bekannte Gipfel wie das Nebelhorn, die Zugspitze oder der Watzmann gehören.

Das Karwendelgebirge ist Lebensraum für zahlreiche interessante Tiere und Pflanzen. Es ist also keine Seltenheit auf einer Wandertour Gämsen oder Schneehühnern zu begegnen. Aber auch Steinadler, Murmeltiere, Alpensalamander und Hirschkäfer leben in der Region des Karwendelgebirges, das zu über 50% von Wald bedeckt ist. Wer genau hinschaut, findet in den Sommermonaten in sonnigen und steinigen Höhenlagen des Karwendelgebirges vielleicht sogar ein seltenes Edelweiß, das zum Beispiel in den Logos der Deutschen und Österreichischen Alpenvereine oder in den Abzeichen der Mittenwalder Gebirgstruppen zu finden ist. Wichtig ist dann allerdings: Finger weg!!! Denn die seltenen Pflanzen der kargen Natur ist gerade in den Höhenlagen sehr empfindlich und benötigt besonderen Schutz.

Alpenpark Karwendel

Deshalb steht das gesamte Karwendelgebirge unter Naturschutz und ist somit eines der größten und ältesten Naturschutzgebiete in den Ostalpen. Wie wichtig der Einsatz des Naturschutzes ist, zeigt sich am Beispiel des Ahornbodens. Im Großen und Kleinen Ahornboden stehen bis zu 500 Jahre alte Berg-Ahornbäume, die diesem Tal einen einmaligen Charakter verleihen. Leider findet man auch in dieser einsamen Gegend des Karwendelgebirges negative Spuren der Zivilisation, die auch an den knorrigen Bäumen nicht spurlos vorübergegangen sind.

Fotos

© Christoph63 - Fotolia.com

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