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Dammkar

Dammkar

Das Dammkar ist die Perle von Mittenwald. Eingeschlossen von den schroffen Felswänden des Karwendels, liegt das Dammkar fast unscheinbar unterhalb der hohen Gipfel. Doch wer dieses Hochtal, das fast bis zum Gipfel der Westlichen Karwendelspitze reicht, links liegen lässt, verpasst so einiges. Das Dammkar ist im Winter Deutschlands längste Skiabfahrt und im Sommer die optimale Gegend für eine eindrucksvolle Bergtour, Ausgangspunkt für zahlreiche Kletterrouten und nicht zuletzt ruhiger Entdeckungs- und Rückzugsort für Naturliebhaber, die dem allgemeinen Trubel des Bergbahngeschäfts auf dem Gipfel entfliehen möchten.

Dammkar im Winter

Schon vor fast 100 Jahren wurde das Dammkar von Skifahrern im Winter erobert. Lange bevor die Karwendelbahn gebaut wurde, kamen die Skifahrer mit Sonderzüge aus München, um mit ihren einfachen Brettern und Bindungen den Berg im Winter zu Fuß zu bezwingen. Wer bereits im Sommer diese Tour unternommen hat, kann sich gut vorstellen, welche Herausforderung dies darstellte. Doch trotz dieser Herausforderung bildeten sich bei schönem Wetter lange Schlangen im Anstieg hinauf durch das Dammkar, die noch heute als Dammkarwurm bekannt sind.

In der heutigen Zeit sind vergleichsweise nur noch wenige Tourengeher im Dammkar unterwegs. Die meisten Skifahrer und Snowboarder versuchen dann doch eher morgens mit der ersten Bahn auf den Gipfel zu gelangen, um möglichst unberührten Schnee im Dammkar genießen zu können.

Seit 1999 wird die Abfahrt durch das Dammkar nicht mehr präpariert und somit ist die Dammkarabfahrt auch gleichzeitig Deutschlands längste Freeride-Strecke. Für die nötige Sicherheit im Dammkar sorgt eine Lawinenkommission mit Sprengungen. Sollte die Lawinengefahr zu groß sein, wird die Dammkarabfahrt auch mal für einige Tage geschlossen.

Die Strecke durch das Dammkar ist recht anspruchsvoll. Wobei die anspruchsvollsten Stellen mit bis zu 40% Gefälle direkt am Anfang auf Skifahrer und Snowboarder warten. Wen dies nicht abschreckt, muß sich zunächst bei einem Gang samt Ausrüstung durch den 400m langen Tunnel zum Dammkar aufwärmen, bevor es auf die 6,5 km lange Abfahrt mit über 1300 Höhenmeter nach unten geht. Für die letzten Meter durch das Waldstück, sollten die Bretter gut gewachst sein, sonst kann hier noch einmal gut ins Schwitzen kommen.

Dammkar im Sommer

Dammkar

Schon recht früh im Laufe des Jahres kann mit dem Klettern im Dammkar begonnen werden. Und dann warten interessante und abwechslungsreiche Klettertouren an Predigtstuhl, Dammkarnadel, Kreuzwand und Dammrock. Aber auch für den normalen Wanderer ist das Dammkar ideal für eine erlebnisreíche Tour über die Dammkarhütte, das obere Dammkar hinauf bis auf die Westliche Karwendelspitze. Auf der Tour warten leichte, aber zum Teil recht steile Wege und erst kurz vor dem Gipfel lauern noch ein paar Meter, die eine gewisse Trittsicherheit verlangen. Die Karwendelbahn sorgt nach erfolgreichem Gipfelsturm für eine Alternative zum Abstieg durch das Dammkar. Verpflegungen sind sowohl in der Dammkarhütte als auch in der Bergstation der Karwendelbahn möglich.